Welche Wettkämpfe zählen für die Düsseldorf Dolphins eigentlich zum jährlichen Pflichtprogramm? Neben unserem eigenen Schwimmwettkampf im Rahmen des Düssel Cup wäre da noch das XMAS Turnier des FVV Frankfurt, für das sich in den letzten Jahren stets eine größere Dolphins-Gruppe begeistern konnte.
Dass spätestens jetzt auch der jährlich stattfindende Hamburg Queer Cup, zu dessen nunmehr neunten Auflage wie immer der Startschuss – Queer Sport Hamburg e.V. einlud, fest für alle Schwimmbegeisterten im Jahresplan stehen sollte, hat ein Team aus sechs motivierten Dolphins nach seiner dortigen Teilnahme im Juli dieses Jahres herausgefunden.
Es sind nämlich drei gute Gründe, die zu dieser Erkenntnis geführt haben: Zum Einen lassen die Wettkampfbedingungen kaum Wünsche offen. Mit der Schwimmhalle Inselpark steht ein großes modernes Bad mit schnellem Becken zur Verfügung und mit der automatischen Zeitmessung bietet der HQC mit seinen über 100 Teilnehmenden sogar ein Alleinstellungsmerkmal in der queeren deutschen Schwimmwettkampfszene.
Die Leistung unserer Dolphins-Mannschaft kann sich sehen lassen: Während es bei Daniel, Frederic und Henrik einige neue persönliche Bestleistungen zu bestaunen gab, freuen wir uns bei Michel und Thomas über ihre perfekt goldene Medaillenausbeute. Unsere Bilanz: Insgesamt 13x Gold, 5x Silber und 2x Bronze, zudem noch 1x Gold und 1x Bronze aus den Staffeln. – Läuft also.
Das gesamte Wettkampfwochenende wurde von Startschuss Hamburg super organisiert, mit großem Engagement geplant und mit Herzblut durchgeführt – und damit wären wir auch schon beim zweiten Grund: Das Rahmenprogramm war schlichtweg der Hammer! Durch den herzlichen Empfang beim gemütlichen Check-In im „Hein & Fiete“ fiel es nicht schwer, mit den Queers und Allies anderer Vereine, mit denen man sich am nächsten Tag den freundschaftlich-erbitterten Pool-Battle liefern würde, ins Gespräch zu kommen, neue Bekanntschaften zu schließen und bereits bestehende zu intensivieren. Während des Wettkampfs gab es zur Pause eine coole Synchronschwimm-Performance der Hamburger Elbnixen. Das absolute Highlight dürfte aber wohl der Abend auf dem vollbesetzten queeren Pride-Partyschiff mit seinem Open Air Dance Floor gewesen sein, der sich für den ein oder anderen erschöpften Dolphin angesichts des Anblicks zu fetten Bässen auf riesigen knallpinken Containerschiffen tanzender Hafenarbeiter in Helm und orangefarbenem Schutzanzug wie ein surrealer zuckerwattefarbener Fiebertraum angefühlt haben dürfte.
Die Nacht war damit aber noch nicht vorbei, denn selbstverständlich sah das Rahmenprogramm zwei Partys hintereinander vor, also ging es direkt weiter in die WunderBar auf St. Pauli. Schon beim spontanen und vereinsübergreifenden gemeinsamen Marsch dahin von den Landungsbrücken über die Reeperbahn bis zur Location und spätestens bei Runde zwei des gemeinsamen Tanzens, Quatschens und Anstoßens in der WunderBar fühlte es sich fast so an, als wären die queeren Vereine aus Hamburg, Berlin, Brüssel und Düsseldorf zumindest für ein kurzes Wochenende zu einer vertrauten Clique zusammengewachsen. Womit wir schon beim dritten und finalen Argument wären: Das Gefühl einer durch den Sport vereinten queeren Community ist beim
HQC auch wegen seines familiären Charakters so deutlich spürbar wie bei kaum einem anderen Event.
Nach diesem Wochenende voller sportlicher Höchstleistungen und schöner Erlebnisse steht also fest: Der Hamburg Queer Cup ist das queere Schwimmhighlight des Sommers, an dem im nächsten Jahr gerne noch viel mehr Dolphins teilnehmen sollten!
Henrik
